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Nach Anidri und durch die Schlucht Ein Spaziergang der etwas anderen Art
von Margaretha Rebecca Hecht Hopfner |
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Paleochora im Suedwesten Kretas ist als Urlaubsstandort und Ausgangspunkt fuer die verschiedensten Wanderungen und Spaziergaenge geradezu ideal gelegen. Die Einstiege in die Samaria-Schlucht und in ihre kleine Schwester, die Irini-Schlucht, sind in den touristisch frequentierten Monaten mit dem Bus problemlos fast taeglich zu erreichen. Ebenso kann per Schiff gen Westen, Osten und gar auch gen Sueden ausgeschwaermt werden, und wunderschoene Kuestenwanderungen entlang des E4-Wanderweges locken die Unternehmungslust.
Ein Spaziergang der besonderen Art ist ganz gewiss jene kurze nur wenige Kilometer sich erstreckende Route auf der wenig befahrenen Nebenstrasse nach Anidri, einem kleinen kretischen Dorf nordoestlich von Paleochora gelegen, allerdings kommunal zu diesem gehoerig. Zunaechst geht es an einem ausgetrockneten kurvenreichen Bachbett entlang, mitten durch wunderbar schattiges Gruen, vorbei an markanten Felsvorspruengen. Anschliessend steigt die Strasse etwas staerker an und gibt den Blick wieder frei ins Land, ueber Wiesen hin und hinauf die Haenge in den Himmel. Nach etwa eineinhalb Kilometern ist Anidri erreicht. Gleich am Ortseingang laedt eine Cafe-Bar zu einem ersten Verweilen ein. Wer sich entschliesst, unter dem riesigen schattenspendenden Baum im Garten Platz zu nehmen und einen Tisch in der ersten Reihe bekommt, kann bei einem Glas frisch ausgepresseten Orangensaftes einen herrlichen Ausblick ueber die Anidri-Schlucht hinweg auf das Lybische Meer hinab geniessen und sich einstimmen auf die kurze Wanderung durch diese unspektakulaere aber nichtsdestoweniger landschaftlich schoene Schlucht, eine Mini-Schlucht sozusagen, verglichen mit den wuchtigen Formationen der grossen bekannten kretischen Schluchten.
Ich liess mich locken und machte mich alsdann auf den Weg. Gleich beim Ortseingang von Anidri zweigt ein unscheinbarer Gehweg rechts hinab, und wer ihm folgt, findet sich in Kuerze mitten in der Anidri-Schlucht, die auch die eine und andere Ueberraschung bereit haelt: Eine Felsenformation etwa, die einem knorrigen Gesicht taeuschend aehnlich sieht, einen schwarzen Hoehleneingang, der aussieht wie ein riesiges offenes Maul und natuerlich Oleander, der die Steine zum Bluehen bringt. Inmitten dieser Urlandschaft ist es angenehm zu wissen, dass der Weg bis zum Lybischen Meer gar nicht weit ist, ein ruhiger abgelegener Kies- und Sandstrand zum Ausruhen einlaedt und prikelndes Kristallwasser zur Erfrischung bereit haelt, bevor es direkt an der Kueste zurueckgeht nach Paleochora, das dann in der milden Abendsonne leuchtend den Spaziergaenger willkommen heisst ...
M.R. Hecht Hopfner, Wien, c 2001-2025, Alle Rechte vorbehalten. |
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